Lehrte Piraten Presse

Feinstaub in Lehrte

in der Auseinandersetzung um das geplante Baugebiet an der Manskestraße und damit verbunden der Zwangsumzug des Kleingartenvereins “Feierabend” gibt es wieder Bewegung: Wir(1) richten Messstationen ein, um rund um das Gelände die Feinstaubbelastung zu messen.

Feinstaub ist potenziell gesundheitsschädlich(2) . Die gröberen Partikel können in Nase und Bronchien, die feineren bis in die Lungenbläschen und die Blutgefäße gelangen. Das Ersetzen der Kleingärten mitten im Wohngebiet durch weitere Bebauung wird die Situation nicht verbessern.

Die Stadt Lehrte kommt der Aufforderung, hierzu aktuelle Messungen vorzulegen, nicht nach, und verweist auf ein mehrere Jahre altes Gutachten, nach dem die europäischen und deutschen Grenzwerte hierfür eingehalten wurden. Die Ergebnisse wurden allerdings nach Modellrechnungen ermittelt und basieren nicht auf faktischen Messungen in Lehrte. Offizielle Messstandorte vom Land Niedersachsen und vom Bund gibt es unter anderem im Raum Hannover und Braunschweig.

Wir beteiligten Bündnispartner haben hier Zweifel und führen selbst Messungen durch, und zwar langfristig. Hierzu haben wir uns dem Projekt luftdaten.info (3) angeschlossen, welches weltweit Feinstaubdaten sammelt, frei zur Verfügung stellt und aufbereitet. Die minütlich aktuellen Messergebnisse für Lehrte von über 10 Geräten sind bereits jetzt auf einer Landkarte zu sehen: hannover.maps.luftdaten.info. Auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden ermittelt und sind auf diesem Wege einsehbar. Es können jederzeit weitere Messstationen ergänzt werden, es ist ein MitmachProjekt: Pro Messstation werden nur 35€ an Material sowie WLAN und Strom benötigt.

Gezeichnet: Lehrter Laubenpieper, Lehrter Linke, Lehrter Piraten, Siedlerbund Hohnhorst, weitere Anlieger.

 

(1) ein Bündnis bestehend aus dem Aktionsbündnis Lehrter Laubenpieper, den Parteien DIE LINKE. Lehrte/Sehnde und der Piratenpartei Lehrte, der Siedlergemeinschaft Hohnhorst Lehrte e.V. sowie Anliegern des Kleingartenvereins Feierabend

(2) Der Tagesgrenzwert beträgt 50μg/m 3 und darf nicht öfter als 35mal im Jahr überschritten werden. Der zulässige Jahresmittelwert beträgt 40μg/m 3 . Für die noch kleineren Partikel PM 2,5 gilt seit 2008 europaweit ein Zielwert von 25μg/m 3 im Jahresmittel, der bereits seit dem 1. Januar 2010 eingehalten werden soll. Seit 1. Januar 2015 ist dieser Wert verbindlich einzuhalten und ab dem 1. Januar 2020 dürfen die PM 2,5 -Jahresmittelwerte den Wert von 20μg/m 3 nicht mehr überschreiten. Quelle: umweltbundesamt.de/themen/luft/luftschadstoffe/feinstaub

(3) weltweit agierend, gestartet in Stuttgart, denn es liegt im Tal und ist deutschlandweit Spitzenreiter der Feinstaubkonzentration

offizielle Pressemitteilung

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